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Scrum Toolbox

Yesterday’s Weather (Scrum Pattern)

 Juni 4, 2018

von  Sebastian

Planung kann kompliziert oder hinreichend einfach mit Yesterday's Weather sein. Auf Basis des letzten Sprints nutzt du deine Velocity für die Vorhersage des nächsten Sprints. Auch wenn es sich im Grunde um keine wirkliche Planung handelt, ist es erstaunlich wie gut es funktioniert.

Yesterday's Weather im Detail

Yesterday's Weather ist als Scrum Pattern auf der Scrum PloP Seite beschrieben. Dabei ist das Muster denkbar einfach:

  • Es existiert eine feste Sprintlänge, in der das Entwicklungsteam arbeiten kann.
  • Das Entwicklungsteam nutzt die abgeschätzen Punkte aus dem letzten Sprint und nutzt diese einfach als Vorhersage für den nächsten Sprint.

Warum es funktioniert

Es ist so einfach wie simpel: Das Team selbst schätzt selbst. In dem verlinkten Artikel findest du zudem Quellen für wissenschaftliche Belege dafür, dass Teams mit Selbstachtung, erhaltenen Vertrauen und respektvollem Umgang sich zunehmend höhere Ziele setzen.

Yesterday's weather - constant pace

Yesterday's Weather unterstützt das 8. Prinzip aus dem agilen Manifest

Yesterday's Weather setzt zudem auf ein agiles Prinzip:

Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.

Wenn deine Planungen auf dem basieren, was du bisher erreicht hast, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du ein gleichmäßiges Tempo halten kannst und auch zukünftig wirst.

Empirie hilft und ist nötig

Es ist immer wieder der gleiche Effekt: wenn ein Team Erfahrungen macht und stabil bleibt, dann sind Schätzung machbar und ausreichend stabil. Gerade wenn das Team dann auch selbst schätzen darf. Es ist gerade so einfach wie trivial, oft aber nicht in Unternehmen vorhanden.

Wenn wir Teams Erfahrungen machen lassen (dazu gehören auch Fehler), dann werden sich die Leistungen verbessern. Das dauert und basiert auf Empirie, ist und bleibt aber der einzige reale, nachhaltige Weg, sinnvoll zu schätzen.

Die Planung ist viel zu ungenau!

Immer wieder sehe ich mich mit dieser Aussage konfrontiert. Die Planung oder besser Vorhersage für den kommenden Sprint, die man mit Yesterday's Weather durchführt sei ja keine Planung, sondern recht "unprofessionell". Ich frage dann gerne zum einen, was für den Betrachter denn Professionalität ist. Zum anderen, ob eine hinreichend genaue Vorhersage ausreiche oder ob wir mehr Zeit in nicht bessere Planung stecken wollen, ohne einen Mehrwert zu erreichen.

Die Antwort kannst du dir selbst vorstellen

Typische Probleme bei Yesterdays Weather

Widmen wir uns noch einige praktischen Themen, die sich immer wieder als Probleme herausstellen.

Es existiert keine gemeinsame Basis zur Schätzung

Das Pattern Yesterdays Weather funktioniert nur dann, wenn im Team eine gemeinsame Basis für die Schätzung zur Verfügung steht. Das kannst du zum Beispiel mit User Stories schaffen. Auch hier gilt aber, so Krücken mit idealisierten Manntagen führt oft zu anderen Dysfunktionen im Team. Überlege dir genau, wie diese Größe für dich und dein Team gut aussieht.

Kapazität vor Wert

Wenn du Yesterdays Weather nutzt, dann sollten sich deine "Punkte" für die Schätzung am Wert orientieren, nicht an der Kapazität. Für letzteres musst du viel Zeit investieren, die du zum einen nicht für Yesterdays Weather benötigst, zum anderen ist die Planung auch nicht immer korrekt und führt zu geringerem Durchsatz von wirklich wichtigem. Mehr zum Thema Kapazitätsplanung im Backlog habe ich dir in meinem Artikel Vermeide Kapazitätsplanung im Backlog beschrieben.

Sebastian

Ein paar Worte über den Autor

Agile Team Facilitator Sebastian Schneider
ICP-ACC Sebastian Schneider
Sebastian Schneider CSP
Sebastian Schneider CSP-PO

Sebastian Schneider ist dem Framework Scrum - es war Liebe auf den ersten Sprint - bereits seit 2005 verfallen. Seitdem begleitet er Unternehmen (meist größere) bei der Transition in eine neue Arbeits- und Produktwelt. Dafür findet er den richtigen Grad zwischen zielgerichteten systemischen Impulsen und dem nachhaltigen Coaching in der Organisation, um diese bei der Entwicklung und Optimierung des eigenen Kundenmehrwerts zu unterstützen und entwickelt mit ihnen Produkte, die ihre Kunden lieben. Im richtigen Maß gehören dazu die effektive und effiziente Facilitation dazu, sowie agile Spiele und Simulationen, die sein Themenfeld auf einfache Art begreiflichen machen. Auf Konferenzen, sei es im Fachbeirat oder als Akteur, gibt er gerne Erkenntnisse weiter und freut sich über Kontakte von Angesicht zu Angesicht.

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