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Projekterfahrungen

10 Tipps für User Stories

 November 28, 2016

von  Sebastian

​Gute User Stories schreiben ist eine herausfordernde Aufgabe! Wer sich mit diesem Kommunikationsversprechen bereits einmal auseinander gesetzt hat weiß, was anfangs leicht klingt, kann ganz schön kompliziert werden. In diesem Artikel zeige ich 10 Tipps, um gute User Stories zu schreiben.

​Gute User Stories schreiben ist Übung

Sie müssen bei den User Stories üben, üben, üben. Es ist zwar nicht immer leicht und nicht alle Eigenschaften ergeben sich gleich zu Beginn, die wahre Kraft um gute User Stories schreiben zu können ergibt sich aber nach mehrmaliger Anwendung. Sollten Sie vor den Tipps zurückschrecken oder diese noch nie im Zusammenhang gehört haben, dann machen Sie sich nichts draus. Ein guter Meister ist noch nie vom Himmel gefallen.

​10 Tipps, die Sie zur Reflexion nutzen können!

1
Formate Retrospektive

An das bekannte Format halten!

Als <ROLLE> möchte ich <BEDÜRFNIS>, um <GRUND> - dieses einfache Format hilft Ihnen unglaublich beim Schreiben dieser User Stories. Denn so haben Sie immer den Anwender im Blick, wissen wie sein wirkliches Bedürfnis ist und kennen auch noch den Grund. Gute User Stories schreiben beginnt mit dieser einfachen Vorlage, die Sie wirklich beherrschen und anwenden können sollten.

Fragen Sie im beruflichen Umfeld bitte häufiger nach den Gründen! Das was in der User Story fast nebenläufig mit zu finden ist, hilft nicht nur hier, sondern praktisch überall. Wir tun oft zu viel, ohne die genauen Umstände zu kennen!

Auch wenn das Format an sich bekannt ist, finde ich im Scrumumfeld gerne auch die ein oder andere User Story die zum Beispiel nicht den Grund enthält. Was zunächst irrelevant aussehen kann, entpuppt sich aber nicht selten als ernstzunehmendes Problem!

2
Gute User Stories schreiben

Card, Conversation & Confirmation

Verstehen Sie die User Story mehr als nur die typische Karte, angepinnt an einer Wand. Denn das ist lediglich einer der drei ursprünglichen Bereiche, die die User Story abbilden kann.

  • Card: die typische Karte, die wahrscheinlich jeder kennt. Der Inhalt dieser Karte ist unter Punkt 1 aufgeführt. Das repräsentiert das typische User Story Format.
  • Conversation: das Kommunikationsversprechen, das zusichert, zu geeigneter Zeit über diese Karte zu sprechen. Die User Story ist also immer verhandelbar und keine Spezifikation, die bereits bis ins Detail ausspezifiziert ist.
  • Confirmation: Das ist der Akzetanztest für die Karte. Hier muss der Product Owner die Erwartungshaltung ausdrücken, die er mit dieser User Story verbindet. Diese eigenen sich auch als gute Testgrundlage oder als Basis für das Schneiden der User Stories.

Fragen Sie im beruflichen Umfeld bitte häufiger nach den Gründen! Das was in der User Story fast nebenläufig mit zu finden ist, hilft nicht nur hier, sondern praktisch überall. Wir tun oft zu viel, ohne die genauen Umstände zu kennen!

Jon Reffies hat dazu einen guten Artikel geschrieben, der lesenswert ist!​

3
Teamdynamik

Den Benutzer nie aus dem Blick verlieren!

Es passiert schnell, den eigentlich Anforderer zu vergessen! Gute User Stories schreiben sich aber leider nicht ohne den Benutzer. Dieser wird gerne einmal in der Diskussion vergessen. Überlegen Sie immer für wen Sie gerade etwas umsetzen wollen. Es gibt dabei immer einen Anwender, der genau diese Anforderung auch haben möchte.

Arbeiten Sie hier mit Personas. Gute User Stories schreiben bedeutet auch immer seinen Anwender zu kennen! Wenn Sie einmal der Meinung sind, es gibt keinen Anwender, dann arbeiten Sie sich an die Wurzel der Anforderung zurück. Woher kommt diese? Wer hat diese gestellt?

Personas helfen Ihnen ein klares Bild über Ihre Zielgruppe zu bekommen.​

4
Archivierung der Retrospektive

INVEST-Kriterien bei User Stories beachten!

Die sechs INVEST Kriterien helfen Ihnen eine gute User Story zu schreiben. Denn das INVEST Akronym gibt an, wie eine User Story sein sollte.

  • Independent (User Stories sollen nicht von einander abhängig sein)
  • Negotiable (User Stories sollen verhandelbar sein)
  • Valuable (User Stories haben immer einen (Mehr)wert und sind nicht Mittel zum Zweck!)
  • Estimated (User Stories sollen eine Abschätzung haben)
  • Sizable (Eine User Story hat immer die richtige Größe, damit sie auch in einem Sprint bearbeitet werden kann)
  • und Testable (Durch Tests kann eine User Story überprüft werden)

Auch das bietet einen perfekten Anhaltspunkt, gute User Stories zu schreiben.

5
Daily Scrum Kommunikation

Über die User Story diskutieren!

Eine User Story ist immer nur ein Kommunikationsversprechen, welches auch eingelöst werden muss. Das ist eines der drei C's (Communication) einer User Story. Mit dem Kunden und / oder dem Product Owner sollte diese Diskussion geführt werden.

In meinen Augen sprechen wir zu wenig und diskutieren auch zu wenig über Anforderungen. Durch das Kommunikationsversprechen und die nicht komplett fertige Story werden Sie dazu praktisch gezwungen - und das ist auch gut so!​ Fühlen Sie sich frei und diskutieren Sie! Natürlich erst zu dem Zeitpunkt, wenn Sie diese Story auch umsetzen wollen.

6
Akzeptanzkriterien

Akzeptanzkriterien beachten!

Anhand der Akzeptanzkriterien wird das dritte der drei C's einer User Story adressiert: Confirmation! Sie können diese Kriterien immer nutzen, um zum einen die Erwartungshaltungen zu treffen und zum anderen auch die Story zu testen (was oft mit dem ersten Punkt einher geht).

Gute User Stories schreiben bedeutet sich genau hier ausreichend und präzise genug Gedanken zu machen​. Konzentrieren Sie sich als Product Owner hier auf das WAS. Versuchen Sie nicht die Lösung in die Akzeptanzkriterien zu legen.

Beispiel: um von Ort A nach Ort B zu gelangen können Sie heute schnell mit dem Auto sein. Allerdings wäre das Akzeptanzkriterium "Reisemittel ist ein Auto" schon die Lösung. Gehen Sie davon weg und beschreiben Sie wichtige Zeiten oder Umstände (z.B. sehr komfortabel), um die Erwartung zu treffen.​

7
Daily Scrum Kommunikation

Vertikal statt horizontal!

Gute User Stories schreiben bedeutet, sich auch mit der ursprünglichen Intention und dem Durchstich zu befassen. Versuchen Sie die User Story immer so zu schreiben, dass der funktionale Durchstich durch das System gewährleistet ist. Wenn Sie die User Stories horizontal der Wertschöpfungskette schneiden, gewinnen Sie wenig zu anderen Vorgehen!

Beispiel: Versuchen Sie nicht zuerst einen Login Screen zu vergolden und dann die Datenbankanbindung als nächsten Schritt zu implementieren. Dadurch steuern Sie auf das Problem zu, dass das eine nur mit dem anderen genutzt werden kann. Schaffen Sie den Login Screen nicht, können Ihre Stakeholder nichts sehen. Setzen Sie das Konzept des vertikalen Durchstichs ein und machen Sie immer ein wenig von allem, aber immer erlebbar.​

8
Daily Scrum Kommunikation

User Stories aufteilen!

Wenn die User Story einmal zu groß wird und im Sprint nicht bearbeitet werden kann, dann hilft die Aufteilung! Die Aufteilung wird immer dann interessant, wenn das Team zu hohe Story Points schätzen lässt. Die Aufteilung können Sie im ersten Schritt immer anhand der Akzeotanzkriterien vornehmen. Sollte das mal nicht klappen, fragen Sie Team und Product Owner nach einer gute Lösung.

Ist noch zu wenig bekannt und das Team kann keine Lösung finden, dann schlagen Sie eine Analyse / Spike etc. vor​. Das wird benutzt um mehr Gewissheit über bestimmte Sachverhalte zu bekommen.

9
Daily Scrum Kommunikation

User Story mal gemeinsam im Expertenteam lösen!

Bei Ihnen arbeiten auch nur Experten und nicht jeder kann alles? Dieses gern genommene Argument mit Scrum nicht erfolgreich arbeiten zu können, nutzen Sie am besten im nächsten Experiment, in dem Sie gerade die verschiedenen Personen - die Experten sind - einmal gemeinsam versuchen lassen eine User Story lösen zu lassen.

Oft meinen die Experten, sie können weder die anderen Stories schätzen noch an ihnen mitarbeiten. Schlagen Sie das Experiment vor, dass im nächsten Sprint mal etwas neues ausprobiert wird. Bringen Sie zwei Personen zusammen, die gemeinsam an einer Story arbeiten, die es sonst nie getan hätten. Reflektieren Sie dann in Retrospektiven!

10
Daily Scrum Kommunikation

Einfach mal die User Story weglassen!

Auch wenn der zehnte Tipp vielleicht komisch klingt, probieren Sie doch einmal die User Story wegzulassen! Wenn Sie dieses Format nicht mehr nutzen, geht es Ihnen dann besser? Vermissen Sie dann einen entscheidenen Teil?

Probieren Sie es aus und machen Sie ein Experiment, analysieren und bewerten Sie es doch in einer der nächsten Retrospektiven!

Gute User Stories schreiben endet natürlich nicht mit diesen zehn Tipps. Durch die Erfahrung wird es Ihnen erst möglich, Ihren eigenen Stil zu verbessern und effektiver zu sein. Probieren Sie und reflektieren Sie, zum Beispiel in Retrospektiven!

Wie sieht es mir Ihren Tipps aus? Was hilft Ihnen, was hat Ihnen geholfen? Freue mich auf Ihr Feedback.

Sebastian

Ein paar Worte über den Autor
Agile Team Facilitator Sebastian Schneider
Agile Team Facilitator Sebastian Schneider
Sebastian Schneider CSP
Sebastian Schneider CSP-PO

Sebastian Schneider ist dem Framework Scrum - es war Liebe auf den ersten Sprint - bereits seit 2005 verfallen. Seitdem begleitet er Unternehmen (meist größere) bei der Transition in eine neue Arbeits- und Produktwelt. Dafür findet er den richtigen Grad zwischen zielgerichteten systemischen Impulsen und dem nachhaltigen Coaching in der Organisation, um diese bei der Entwicklung und Optimierung des eigenen Kundenmehrwerts zu unterstützen und entwickelt mit ihnen Produkte, die ihre Kunden lieben. Im richtigen Maß gehören dazu die effektive und effiziente Facilitation dazu, sowie agile Spiele und Simulationen, die sein Themenfeld auf einfache Art begreiflichen machen. Auf Konferenzen, sei es im Fachbeirat oder als Akteur, gibt er gerne Erkenntnisse weiter und freut sich über Kontakte von Angesicht zu Angesicht.

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