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Scrum Guide

Cross-funktional: interdisziplinäre Teams

 August 28, 2016

von  Sebastian

Das cross-funktionale Team

Scrum ZertifizierungenEin cross-funktionalen Team in Scrum ist ein Team, dass unterschiedliche Fähigkeiten mitbringt, um anstehende Aufgaben zu erledigen und mit innovativen Ideen Produkte entwickeln, die Kunden lieben! Agile Teams müssen cross-funktional sein, um überhaupt agil arbeiten zu können. Klingt eigentlich ganz einfach, stellt aber beim genaueren Hinsehen fast alle Unternehmen vor eine Herausforderung. In diesem Artikel werden wir uns cross-funktionalen Teams genauer ansehen und klären, was es mit diesem Begriff auf sich hat.

Cross-funktional: Jeder kann alles?

Es hält sich hartnäckig: das Gerücht, dass in einem cross-funktionalen jedes Mitglied alles können muss. Das muss weder Ihrer Personalabteilung noch dem Scrum Master Probleme und Kopfzerbrechen bereiten, denn diese Anforderung müssen Ihre Teams nicht erfüllen, um cross-funktional zu sein.

Cross-Funktionalität definiert sich durch das Ziel!

Fokus Ziel (Daily Scrum Meeting)Bevor wir nun mit gefährlichem Halbwissen um uns werfen, schauen wir uns kurz einmal an, was das Ziel von einem Scrum Team in einem Sprint ist. Das Ziel im Sprint ist das Entwickeln eines Produktinkrementes! Wann ist so ein Produktinkrement fertig? Genau, wenn wir die Definition of Done dazu erfüllen. Es wird immer gerne vergessen, aber wir wollen die Dinge, die wir uns vornehmen fertig bekommen und für die Stakeholder erlebbar machen. Das ist Scrum und dafür brauchen wir zwingend ein Produktinkrement und dafür muss Ihr Team cross-funktional sein!

Jetzt sieht die Definition of Done in jedem Team anders aus und kann ich auch am Ende der Sprint Planung die Definition of Done für den Sprint noch einmal anpassen. Wenn wir nun eine Funktionalität auf einem Entwicklungsrechner als fertig ansehen, dann ist das etwas ganz anderes, als ein Produktivsystem. Wenn Sie einen Motor entwickeln, der schon Serienbedingungen erfüllt sieht eine Definition of Done anders aus, als wenn Sie diesen unter vereinfachten Bedingungen in einem Labor laufen lassen. Je spezieller die Definition of Done sich gestaltet, desto mehr Wissen, Skills und damit auch zwangsläufig Teammitglieder benötigen Sie!

Halten wir also fest: Wie cross-funktional ein Team sein muss, hängt in erster Linie von der Definition of Done ab, wie das Produktinkrement am Ende des Sprint aussehen muss.

Definition of Ready beeinflusst Ihr Team ebenso!

Die Definition of Ready bestimmt, wann ein Product Backlog Item (PBI) aus dem Sprint Backlog in den Sprint gelangen darf. Sie ist zwischen Team und Product Owner festgelegt. Nehmen wir an, Sie haben hier nur Angaben für die typische Entwicklung gelten, dann reicht es wahrscheinlich aus, mit Entwicklern im Team zu arbeiten.

Doch was ist, wenn wir uns etwas weiter bewegen? Was wenn wir darin Marketing-, Verkauf-, Statik-, Hardwarebedingungen haben? Dann ist die Anforderungen an das Team höher und dementsprechend muss Ihr Team cross-funktionaler sein.

Je mehr „unspezifiziertes“ Sie haben, je mehr Wissen dafür nötig ist, desto cross-funktionaler muss Ihr Team sein. Sie müssen mehr in Erfahrung bringen, also reine Entwicklungstätigkeiten bei einem Softwareprodukt? Dann muss das Marketing vielleicht ebenso im Team sein, da Aufgaben dazu anfallen werden. Sind solche Themen bereits im Vorfeld geklärt, dann ist ein weniger cross-funktionales Team ausreichend.

T-Shaped – jetzt wird es spannend!

cross-funktional T-ShapedWir wissen alle, dass wir die oben genannten Fähigkeiten gar nicht immer alle benötigen. Wir brauchen also nicht für jede dieser Fähigkeiten genau eine Person im Team. Das wäre bei einigen Produkten aufgrund der Anzahl auch gar nicht mehr möglich. Es gibt daher den Begriff des T-Shaped-Team-Mitglied. Jedes Teammitglied hat eine Spezialisierung in der es auch arbeitet, zudem aber weitere Randbereiche oder gar ganz andere Fertigkeiten und Fähigkeiten, die es kann, in denen es aber nicht so effektiv ist, wie in der Spezialisierung.

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[thrive_custom_font id=’3′]Cross-Funktionalität[/thrive_custom_font]

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[thrive_custom_font id=’5′]Ihr Team ist genau dann (ausreichend) cross-funktional, wenn Sie alle Fähigkeiten zum Erreichen eines Produktinkrements für den Sprint im Team besitzen.[/thrive_custom_font]

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Der Bruch mit dem Vollzeitteam

Scrum EntwicklungsteamSie haben darauf gewartet, korrekt? Heute ist es schon Mode, immer in mehreren Projekten zu sein. Mehr zu machen, als nur eines. Wir alle wissen, dass es grundsätzlich Quatsch ist, negatives Multitasking zu betreiben. Negatives Multitasking tritt immer genau dann ein, wenn Sie Dinge liegen lassen müssen, sich neuen Dingen widmen und dadurch Transaktionskosten bekommen, die uns unproduktiv werden lassen. Aber in fast jedem Unternehmen höre ich genau diese Situation.

Ich habe dazu eine einfache und harte Meinung: Wenn dem Unternehmen das Projekt sehr wichtig ist, dann wird es die Vorraussetzungen dafür schaffen. Wenn es der Meinung ist, so wichtig ist es dann doch nicht, dann wird es eben ohne diese Rahmenbedingungen laufen. Dann werden Sie in der Scrum Implementierung viele andere Probleme sehen, mit denen Sie dann leben müssen.

Entweder ist das Projekt das Wichtigste an dem das Unternehmen arbeitet oder nicht. Als nächstes kommt dann sehr oft die Anmerkung, dass eine bestimmte Person im Wissen so exklusiv ist, dass diese in mehreren Teams arbeiten muss. Wenn Sie es schaffen (und ja, ich bezweifle es in vielen Organisationen), dass Sie Teammitglieder on-demand in einem Team verfügbar machen können, dann tun Sie es (also der Marketing-Experte nur dann im Team ist, wenn er gebraucht wird). Die Erfahrung zeigt auch hier, dass dieses schwer ist. Wenn Not am Manne ist, dann in der Regel an zwei Projekten gleichzeitig. Das entscheidende Update im Daily hat der Marketing-Experte dann doch nicht mitbekommen und es resultiert erneut in Problemen. Aber es soll Organisationen geben, die das schaffen können!

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, wenn Sie ein komplexes, innovatives Produkt entwickeln wollen, dann muss Ihr Team sehr cross-funktional sein. Wenn Sie auf Effizienz bedacht sind, werden die Teams weniger cross-funktional sein. Auch hier zeigt sich sehr schön die Effektivität: das Scrum Team selbst ist als Team gut aufgestellt, wie effizient es aber im Prozess bei Ihnen ausgestattet wird, liegt einzig und alleine bei Ihnen!

Vollzeit-Teams und Cross-Funktionalität sind teuer!

Scrum Kurs EinmalzahlungAlles könnte so einfach sein, aber wir müssen ja in unserem Wirtschaftssystem auch immer auf das Geld schauen. Wenn Sie übrigens nicht auf das Geld schauen müssen, dann haben Sie natürlich einen absoluten Luxus und können sich mehr Cross-funktionalität erlauben als andere.

Wir können also leider nicht beliebig cross-funktional sein, auch wenn wir es und unsere Teams gerne wären. Aber dennoch: Es ist ein Weg des Ausprobieres – wieviel Cross-Funktionalität benötigen Sie als Team denn wirklich? Cross-funktional ist eine wichtige Eigenschaft guter Teams. Gutes kostet immer Geld und es gibt nicht die Hausnummer für das richtige Maß der Cross-Funktionalität.

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[thrive_custom_font id=’3′]Cross-Funktionalität kostet[/thrive_custom_font]

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[thrive_custom_font id=’5′]Wenn Ihr Team stark cross-funktional ist, dann kostet Sie das Geld.[/thrive_custom_font]

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Ich bin immer ein Fan vom Ausprobieren. Merken Sie, dass Sie nicht in der Lage sind ein Produktinkrement am Ende des Sprints zu erstellen, überprüfen Sie doch einmal, ob Ihr Team ausreichend cross-funktional für Ihr Ziel und Ihr Produktinkrement ist. Schauen Sie sich zudem einmal Ihre User Stories (oder Anforderungen) an. Wie sind diese geschnitten? Unterstützt das Ihre aktuelle Teamaufteilung? Die Retrospektive ist auch hier Ihr Freund!

Sebastian

Ein paar Worte über den Autor
Agile Team Facilitator Sebastian Schneider
Agile Team Facilitator Sebastian Schneider
Sebastian Schneider CSP
Sebastian Schneider CSP-PO

Sebastian Schneider ist dem Framework Scrum - es war Liebe auf den ersten Sprint - bereits seit 2005 verfallen. Seitdem begleitet er Unternehmen (meist größere) bei der Transition in eine neue Arbeits- und Produktwelt. Dafür findet er den richtigen Grad zwischen zielgerichteten systemischen Impulsen und dem nachhaltigen Coaching in der Organisation, um diese bei der Entwicklung und Optimierung des eigenen Kundenmehrwerts zu unterstützen und entwickelt mit ihnen Produkte, die ihre Kunden lieben. Im richtigen Maß gehören dazu die effektive und effiziente Facilitation dazu, sowie agile Spiele und Simulationen, die sein Themenfeld auf einfache Art begreiflichen machen. Auf Konferenzen, sei es im Fachbeirat oder als Akteur, gibt er gerne Erkenntnisse weiter und freut sich über Kontakte von Angesicht zu Angesicht.

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