Was ist Scrum? (und was nicht?)

​In diesem Artikel gehe ich der Frage nach, was Scrum ist und was eigentlich nicht. Dabei starten wir mit einem kurzen Überblick und gehen dannn typischen Fragestellungen nach, die in der Wirtschaftswelt existieren!

​Was ist Scrum? Darum geht es!

was ist scrum

​Was ist Scrum? Scrum wird als agiles Projektmanagement Framework bezeichnet. Scrum erlaubt es mit wenig Regeln und Artefakten komplexe Produkte zu entwickeln. Dabei kann Scrum in den unterschiedlichsten Branchen und Situationen angewendet werden. Dieses Framework gibt Ihnen einen groben Rahmen an die Hand, in dem entwickelt wird. Den eigentlichen Prozess aus dem Framework ableiten, das müssen Sie selbst.

​Ursprünge von Scrum finden sich bereits 1986 in dem Paper The New New Product Development Game der beiden Japaner Takeuchi und Nonaka, in dem Grundzüge von dem betrachtet wurden, was heute inhärent in Scrum enthalten ist. Niemand hat sich zu dem Zeitpunkt gefragt, was ist Scrum! Das überraschende aus heutiger Sicht ist mit Sicherheit, dass es in diesem Paper nicht um Softwareentwicklung ging! Die erste Software, die mit Scrum erstellt wurde, erblickte 1993 das Licht der Welt. 1995 formalisierte Jeff Sutherland auf der OOPSLA'95 den Scrum Prozess und stellte ihn vor.

​2001 entstand das agile Manifest, das praktisch die Grundlage von allen agilen Methoden bildet. In diesem Manifest befinden sich vier Wertepaare und zwölf Prinzipien, die in der eigenen Organisation interpretiert und verstanden wollen werden. Ein Jahr später erschien das erste Buch zu Scrum. Im Jahre 2013 erschien der erste Scrum Guide, der bis heute gepflegt wird.

agiles manifest

​Während früher der Scrum Fokus auf der Software lag, ist heute längst bewiesen, das Scrum in vielen Bereichen - auch Hardware oder dem Marketing - funktioniert und Vorteile bringt.

​Scrum als Online Kurs

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​Doch was genau ist Scrum?

​Scrum Werte

Die fünf Scrum Werte gehören sicherlich dazu, wenn es um die Frage geht, was Scrum ist! Denn diese Scrum Werte sind praktisch gesehen die Basis auf der Scrum aufbaut. Die Scrum Werte sind ebenso im letzten Update des Scrum Guide eingezogen, auch wenn diese schon seid dem Buch von Jeff Sutherland und Mike Beedle 2002 existierten.

  • ​Mut
  • ​Commitment
  • ​Fokus
  • ​Respekt
  • ​Offenheit

​Das Framework

Scrum kennt drei Rollen: den Scrum Master, den Product Owner und das Entwicklungsteam. Dazu kommen drei Artefakte, nämlich das Product Backlog, das Sprint Backlog und das Inkrement. Mit fünf Events ist dann das Framework komplett, das wären der Sprint, das Sprint Planning, das Daily Scrum, das Sprint Review und die Sprint Retrospektive.

Das ist letztendlich auch das, was Scrum ausmacht. Mehr braucht es erstmal nicht, um komplexe Produkte zu entwickeln. Aber dieses Framework bildet auch nur den Rahmen. Scrum macht zum Beispiel keine Angaben darüber, wie Software zu entwickeln ist, welche Teststrategien Sie fahren sollten oder gar Angaben über Tools. Alles das ist Ihre Aufgabe, wenn Sie Scrum implementieren!

​Die Rollen

​Die eben angesprochenen Rollen sind im folgenden etwas genauer, aber dennoch abstrakt dargestellt. Auf die einzelnen Rollen gehe ich in separaten Artikeln ein, für das Verständnis soll es zunächst auf dieser Ebene ausreichen.

Scrum Master

​Scrum Master

​Der Scrum Master ist der Hüter des Prozesses. Er ist derjenige, der sicherstellt, dass alle Scrum so benutzen können, wie es vorgesehen ist. Er moderiert Meetings und hilft beim Coaching des Teams.

Scrum Product Owner

​Product Owner

​Der Product Owner bringt die fachlichen Anforderungen ("was") mit in das Team. Er ist derjenige der wirtschaftlich für das Produkt verantwortlich ist. Er stimmt sich mit den Stakeholdern ab und kennt das Produkt.

Scrum Entwicklungsteam

​Entwicklungsteam

​Das Entwicklungsteam setzt das Produkt um ("wie"). Es besteht aus Mitgliedern, die in Summe alle Fähigkeiten haben, das gewünschte Produkt auch umzusetzen.

​Die Artefakte

Scrum Product Backlog

Product Backlog

​Das Product Backlog ist die einzige Liste an Anforderungen (also so eine Art Wunschzettel) was das Produkt enthalten soll. Diese stellt den aktuellen Kenntnisstand dar und ist niemals abgeschlossen, sondern bewusst lebendig.

Sprint Backlog

Sprint Backlog

​Das Sprint Backlog enthält das, was sich das Team für den aktuellen Sprint vorgenommen hat. Es stellt damit eine Teilmenge des Product Backlogs dar und führt zu einem Inkrement.

Produktinkrement in Scrum

​Inkrement

​Das Produkt(Inkrement) wird am Ende eines Sprints immer vorgeführt und zeigt den Stakeholdern und dem Product Owner eine funktionierendes Inkrement des zu entwickelnden Produktes, das live erlebt werden kann.

​Die Events

Sprint Scrum

Sprint

​Der Sprint stellt den zeitlichen Rahmen zur Verfügung, in dem Scrum durchgeführt wird. Dieser hat eine feste Länge und immer einen definierten Start- und Endpunkt. Grundsätzlich wird ein Sprint in der Länge nicht verändert.

Scrum Sprint Planning

Sprint Planning

​In der Sprint Planung wird festgelegt, was in dem kommenden Sprint umgesetzt wird. Dabei wird das Planning in zwei Teile aufgeteilt: einem ersten Teil der beschreibt, "was" umgesetzt werden soll und einem zweiten Teil der beschreibt, "wie" etwas umgesetzt werden soll.

Daily Scrum Kommunikation

​Daily Scrum

Das Daily Scrum dient der Entwicklung für ein kurzes Statusmeeting in dem jedes Teammitglied die anderen Teammitglieder mit drei kurzen Fragen auf den aktuellen Stand bringt. Der Scrum Master sammelt hier erste mögliche Hindernisse (Impediments) ein.

Sprint Review

​Sprint Review

​Im Sprint Review wird auf das Erreichte im im Sprint zurückgeblickt und alles was funktioniert und fertig wurde vorgestellt. Wichtig dabei ist die Definition of Ready. Sie regelt, wann ein Eintrag aus dem Backlog als fertig gilt.

Retrospektive

​Sprint Retrospektive

​In der Sprint Retrospektive wird der aktuelle Sprint hinsichtlich Zusammenarbeit, Infrastruktur, ... (grob: der Prozess) betrachtet und Verbesserungen abgeleitet. Eine Verbesserung wird im nächsten Sprint angegangen und versucht umzusetzen.

​​​​​​​​​​​​​Entwicklungsbegleitende Tätigkeit: Backlog Refinement

Backlog Refinement Toolbox

​Im Backlog Refinement werden die Anforderungen aus dem Backlog verfeinert. Dabei werden diese geschnitten, geschätzt und mit Akzeptanzkriterien versehen.

​Was gibt es sonst noch in Scrum?

Die Produkt Vision

Scrum Vision

​Die Vision wird zusammen mit dem Kunden erarbeitet und skizziert ganz grob, wo das Vorhaben hingehen soll. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten eine solche Vision zu visualisieren. Oft wird ein klassisches Flipchart mit vier Sätzen gebildet, oft aber auch eine Art Canvas mit einer Struktur genutzt. Wichtig ist, aus der Vision wird das Product Backlog abgeleitet.

Impediment List

​Die Impediment List - eine Liste mit allen Hindernissen - wird vom Scrum Master gepflegt und abgearbeitet. Diese Hindernisse behindern das Team an einer optimalen Arbeitsweise. Folglich können die Hindernisse auch unterschiedlicher Natur sein.

Impediment list

Definition of Done

DoR DoD

​Die Definition of Done beschreibt wann ein Eintrag als erledigt gilt. Dabei kann es durchaus auf verschiedenen Ebenen mehrerer solcher DoD's geben. Sie wird vom Team und Product Owner zusammen definiert und festgeschrieben.

Definition of ​Ready

​Die Definition of Ready beschreibt, wann ein Eintrag aus dem Backlog fertig für die Planung ist. Das wird zwischen dem Product Owner und dem Team definiert und festgelegt.

DoR DoD

​Was ist Scrum und was eben nicht?

​Keine Methode, die Sie einfach austauschen

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​Scrum ist ein Plug & Play für das Projektmanagement. 

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​Scrum anzuwenden bedeutet sich mit Veränderungen im Unternehmen zu beschätigen. Es geht nicht darum eine Änderung einer Methode vorzunehmen und alles funktioniert so wie bisher auch. Scrum ist mal nicht ebenso gemacht. Natürlich lässt sich ein Buch zu Scrum am Wochenende durchlesen, aber die korrekte, effektive und effiziente Anwendung dauert Jahre.

Kennen Sie Ihren Kontext?

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​Scrum ist ein ​Silver Bullet und ermöglicht phänomenale Einsparungen. 

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​Scrum funktioniert überall dort gut, wo Sie komplexe Produkte entwickeln wollen oder müssen. Wenn Sie zum Beispiel das Gegenteil (einfache oder komplizierte Produkte) entwickeln, können Sie natürlich auch Scrum machen, werden aber nicht die Vorteile erzielen, wie wenn Sie komplexe Produkte entwickeln. Ebenso ist Scrum sehr auf das Team und die Transparenz ausgelegt und ständige Verbesserung. Haben Sie diese Grundlagen nicht, wird Scrum nicht wie angedacht funktionieren

Planungen sind nicht mehr nötig?

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​​Planung und Dokumentation benötigen wir nicht mehr in Scrum. 

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​Ein Klassiker, der sich zum Glück schon weit wieder verflüchtigt hat, trotzdem aber noch vorkommt und das vor allem indirekt in vielen Fragen mitschwingt. Scrum ist ein sehr disziplinierter Ansatz und hat eine sehr genaue Planung und Scrum selbst sagt über die Dokumentation erst einmal gar nichts aus. Der Wert aus dem agilen Manifest "Working Software over comprehensive Documentation" hat scheinbar zu dieser irren Annahme geführt. Er wird gerne so interpretiert, dass nur Software ohne Dokumentation zu erstellen ist

​Das Team sind immer die richten Personen

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​​​Wenn wir Scrum machen, können wir das einfach mit allen bestehen Personen tun. 

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​​Agiles Arbeiten ist von Transparenz und gemeinschaftlicher Arbeit geprägt. Berücksichtigen Sie bitte, dass dieses nicht immer für alle Menschen der bevorzugte Arbeitsstil ist. Es kann durchaus sein, dass Sie Personen in der Organisation, die mit so einer Arbeit nichts anfangen können.

Hier bedarf es oft eine lange Teamentwicklung und persönliche Entwicklung. Das wird sich nicht immer von heute auf morgen einstellen.

​Was ist Scrum für Sie?

​Was ist Scrum für Sie? Wie so immer gibt es unterschiedliche Ansichten und Blickwinkel. Ich freue mich immer über neue Ansichten und Sichtweisen. Schreiben Sie mir gerne oder nutzen Sie die Kommentare!

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